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Aus der Presse

Davide Cristofaro:
„Wenn ich erschaffe, lebe ich“

Faszination und Mode, erzählt von einem jungen Modeschöpfer aus Martina Franca

von Maria Teresa Trivisano · ExtraMagazine, Martina Franca

Davide Cristofaro: „Wenn ich erschaffe, lebe ich“

Er bezeichnet sich gern als vielseitigen Künstler, und die Liste der Berufe auf seiner Visitenkarte erklärt gut, warum. Modeschöpfer, Designer und Maler: Davide Cristofaro gehört zu jenen jungen Talenten, die es weit bringen werden. Vollkommene, raffinierte Geometrien verflechten sich in den Falten der Seiden, und seine Werke verströmen in der starken und zugleich nuancierten Intensität ihrer Farben die Leidenschaft und Kreativität eines einfachen, spontanen jungen Mannes.

Man kann nicht leugnen, dass du eine echte künstlerische Berufung hast. Gab es jemanden oder etwas, das zu ihrer Entstehung beigetragen hat?

„Ja, die künstlerische Ader habe ich seit meiner Kindheit, und ich glaube, ich habe diese Gabe von meiner Familie geerbt, vor allem von meinem Großvater, der Maler war, und meinem Urgroßvater, einem Bildhauer mit Abschluss an der Kunstakademie. Auch wenn ich sie nie kennengelernt habe, fühle ich mich ihnen beruflich sehr verbunden.“

Angesichts deiner ständigen Kreationen kann man sagen, dass du die Welt der Kunst zu deinem Lebensberuf gemacht hast. Wann hast du diese Entscheidung getroffen?

„Ich habe mich nach der Akademie für diesen Beruf entschieden, an der sich meine Kreativität entfaltet hat. Ich kann aber nicht verbergen, dass ich in den ersten Jahren sehr unsicher war, auch wegen des Alters, denn ich war gerade einmal zwanzig und musste mir über meine Vorstellungen noch klar werden.“

Womit hast du dich vorher beschäftigt? Was waren deine Ziele?

„Ich habe mich schon immer gern in der Küche ausprobiert, deshalb habe ich mich zuerst an einer Hotelfachschule mit Schwerpunkt Tourismus eingeschrieben. Nach dem Abschluss habe ich dann beschlossen, meinem Leben eine Wende zu geben, und mich am Victoria Academy Moda Designer Institute angemeldet.“

Wie schwer ist es deiner Meinung nach, sich heute in der Modewelt durchzusetzen? Welche Eigenschaft hilft am meisten?

„Es ist sehr schwer, weil es so viele Designer und schon viele etablierte Marken gibt. Wer etwas Neues und Originelles anbieten will, muss sich mit einem Markt auseinandersetzen, der dazu neigt, alles gleichzumachen. Ich gehe weiterhin zu vielen Vorstellungsgesprächen, auch wenn sie nicht immer zum Erfolg führen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass man viel Talent, Geduld und Willenskraft braucht, um voranzukommen.“

Kann man sagen, dass du ein 360-Grad-Künstler bist, nicht nur Kleider, sondern auch Bilder und Zeichnungen? Fühlst du dich eher als Modeschöpfer oder als Maler?

„Gute Frage! Ich fühle mich viel mehr als Maler, ich liebe es, mir die Hände mit Farbe zu beschmieren, ich male sehr gern Porträts und beschäftige mich mit sakraler Kunst, und ich versuche immer, Kunst und Mode zu verbinden.“

Wo findest du am häufigsten die Inspiration für ein neues Modell?

„Eine große Verbündete ist dabei die Musik, vor allem die ethnische, ohne sie erschaffe ich nie etwas. Zum Glück finde ich Inspiration aber überall, und viele Modelle träume ich sogar.“

Wen bewunderst du unter den Designern der Haute Couture am meisten?

„Ich bewundere Roberto Cavalli, Christian Dior, Pucci und Elie Saab aus dem Libanon sehr.“

In deinen Modellen dominieren Farbe und Fantasie. Worauf zielst du ab, wenn du etwas erschaffst?

„Ganz sicher auf die visuelle Wirkung, auf Schönheit, ich will Emotionen auslösen.“

An welchen Typ Frau richten sich deine Kleider?

„An die Frau, die zu wagen verstehen muss, aber mit Eleganz, eine freie und unternehmungslustige Frau, die gern reist und zu leben weiß.“

Als Modeschöpfer musst auch du zu einem der meistdiskutierten Themen der letzten Zeit Stellung nehmen: zu dünne Models.

„Ich finde, das ist ein Problem, das man nie unterschätzen darf, denn die Models von heute sind übermäßig dünn. Ich glaube, Schönheit liegt auch in der Form, und ich bevorzuge ganz sicher die Frau mit mediterranen Zügen und Kurven.“

Auch in den Zeichnungen überwiegt die weibliche Welt, sinnliche und verführerische Frauen, und vor allem nur spärlich bekleidet.

„Ja, ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch, ich mag Frauen und stelle sie gern in ihren tausend Facetten dar.“

Wie erträumst du dir deine Zukunft?

„Ich würde sehr gern im Ausland arbeiten, hoffe aber auch, eine Boutique in Martina Franca zu eröffnen und die Bindung an diese Stadt zu bewahren, die ich seit meiner Kindheit spüre.“

Erschienen in ExtraMagazine, Martina Franca am 2. September 2011

Redaktion: Giulia, Marketingdirektorin

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